Es gibt diesen einen Satz, den man sich gerne einredet, wenn man einen Hund adoptiert: „Ach, das wird schon.“ Zwei Jahre später sitzt man dann mit einem ausgewachsenen Grosspudel im Wohnzimmer, der eigene Meinungen, eigene Vorlieben und definitiv keine Lust auf Bevormundung hat – und merkt: Nein, das Leben ist kein Ponyhof. Und im Alter erst recht nicht.
Wie Shadow unser Leben auf den Kopf gestellt hat

Nach vielen Jahren als Pflegefamilie für Hunde in Not kam Shadow zu uns – schon zwei Jahre alt, mit seinem eigenen Kopf und seiner eigenen Geschichte im Gepäck. Wer schon mal Pflegehunde hatte, weiss: Man denkt, man hat alles gesehen. Dann kommt ein Grosspudel und stellt das gesamte Konzept „Alltag“ nochmal neu auf.
Wir waren keine Anfänger. Hundeschulen kannten wir zur Genüge, Kommandos, Leinenführigkeit, das volle Programm. Trotzdem hat uns nichts so verändert wie diverse Bücher. Auf einmal ging es nicht mehr darum, einen Hund zu „erziehen“, sondern darum, ihn zu verstehen. Eine ganz andere Schiene, auf der wir seitdem fahren.
Führung lernt man nicht nur beim Hund
Der eigentliche Wendepunkt war aber nicht bei Shadow, sondern bei uns. Ein Führungscoaching für Menschen hat uns klargemacht, dass man einem Hund nicht mit Druck begegnet, sondern mit echter, ruhiger Präsenz. Dazu kamen Kurse und Bücher von Shaolin-Lehrern und Mindset-Coaches, die uns beigebracht haben: Wer selbst nicht gefestigt ist, kann auch keinem Hund Sicherheit geben.
Das Ergebnis: Shadow lebt heute in maximaler Freiheit, ganz ohne Bevormundung. Kein ständiges Kommandieren, kein Mikromanagement seines Hundelebens – dafür ein Alltag, der für alle Beteiligten erstaunlich stressfrei ist. Man muss diesen Satz zweimal lesen, um zu begreifen, wie radikal anders das ist als das, was man aus klassischen Hundeschulen kennt.
Wer sich für diesen Weg interessiert, dem seien ein paar Bücher ans Herz gelegt, die uns begleitet haben: Z.B. Das Shaolin-Buch, das mehr mit dem eigenen Kopf zu tun hat als mit der Leine. Und weil Regeln vorleben ohne Kontrollzwang auch für Menschen untereinander gilt, kann ich auch Let Them empfehlen – manches davon lässt sich erstaunlich gut auf das Zusammenleben mit einem Hund übertragen.
Wenn’s doch mal stressig wird
Ganz stressfrei ist natürlich auch bei uns nicht jeder Tag. Längere Autofahrten zum Beispiel sind für Shadow nach wie vor eine Herausforderung. Hier unterstützen wir mit CBD: Bei uns bekommt er 4 Tropfen pro 5 kg Körpergewicht, und er verträgt das auch auf einmal (die Dosis kann bei anderen Hunden aber individuell unterschiedlich sein) – viele Hunde brauchen die Dosis allerdings aufgeteilt auf zweimal täglich. Wie genau wir das dosieren, wann es sinnvoll ist und worauf man achten sollte, das führe ich in einem separaten Artikel noch ausführlicher aus, denn das Thema verdient mehr als einen Absatz.
Altwerden mit Stil: Antirutschsocken und Kühlweste

Und dann ist da noch das Thema, das mit der Zeit einfach dazukommt: das Alter. Shadow ist kein junger Hüpfer mehr, und die ganz normalen Gebrechen, die damit einhergehen, wollen wir ihm nicht mit Tempo und Hektik aufzwingen. Damit uns die Geschwindigkeit des Alltags nicht komplett aus der Spur wirft, hat Shadow zwei treue Begleiter bekommen.
Auf glatten Böden geht nichts mehr ohne seine Antirutschsocken – seit seine Gelenke nicht mehr ganz so zuverlässig sind wie früher, geben sie ihm den nötigen Halt, ohne dass er ständig ausrutscht und sich unsicher fühlt. Und im Sommer trägt er zusätzlich seine Kühlweste, die dafür sorgt, dass ein Grosspudel-Fell bei Hitze nicht zur Qual wird.
Für die Pflege der Pfoten – gerade bei einem Senior, bei dem sich Krallen und Fell zwischen den Ballen schneller mal unangenehm bemerkbar machen – hat sich bei uns ausserdem eine Pfotenschermaschine bewährt. Klingt banal, macht im Alltag aber einen echten Unterschied, wie entspannt so eine Pflegesession abläuft.
Fazit: Kein Ponyhof, aber unser Ponyhof
Ein Seniorhund verändert die Regeln nochmal komplett – langsamer, aufmerksamer, mit mehr Rücksicht auf kleine Wehwehchen. Aber gerade weil wir den Weg über Verstehen statt Kontrollieren gegangen sind, ist aus dem turbulenten Start mit einem zweijährigen Grosspudel ein ruhiges, stressarmes Zusammenleben geworden. Kein Ponyhof also – aber definitiv unser Ponyhof, mit allem, was dazugehört: Antirutschsocken, Kühlweste und einem Hund, der einfach er selbst sein darf.
Mehr zum Thema CBD und Dosierung bei Hunden folgt in einem eigenen Artikel.
